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Ein automatisches Bewässerungssystem für unseren Garten / Pumpe und Ausdehnungsgefäß

Die Pumpe war bei mir einer der Problempunkte, obwohl ich extra eine neue Gardena-Pumpe gekauft hatte, um den nötigen Druck für die Versenkregner auf die Leitung zu bekommen. Schlussendlich war es ein Problem mit der Verrohrung unter der Terrasse, aber dazu später mehr.

Erst einmal zur Auswahl der Pumpe selber: Ich mag die Gardena-Pumpen, obwohl sie von vielen wegen ihrer Kunststoff-Anschlüsse kritisiert werden. Allerdings machen diese Anschlüsse an der Pumpe überhaupt keine Probleme, sofern man die schwarzen Kunststoff-Schlauchfittinge von Gardena benutzt. Diese wiederum machen allerdings Probleme an manchen der druckfesten Spiralschläuche für die Saugleitung, weil es diese Schläuche mit leicht unterschiedlichen Innendurchmessern gibt. Vorher ausprobieren ist eine gute Idee.

Ich habe 2 Pumpen getestet: den Gardena Premium Hauswasserautomat 6000/6E LCD Inox und den Hauswasserautomat Comfort 5000/5E LCD. Letzterer ist zwar billiger und hätte auch gereicht für mich, allerdings ist er wesentlich lauter als die teurere schwarze Pumpe mit dem Edelstahlgehäuse. Es ist allerdings nicht nur das Gehäuse: wenn man sich die im Internet verfügbaren Explosionszeichnungen beider Pumpen anschaut, dann sieht man, dass auch die Pumpstufen bei beiden Pumpen jeweils völlig unterschiedlich aufgebaut sind. Da die Pumpe in der Garage steht, und, wenn sie frühmorgens oder spätabends bewässert, nicht die Nachbarn gestört werden sollen, habe ich mich für das teurere Exemplar entschieden. Ich habe bei Amazon 278€ dafür bezahlt, es gab sie dort aber auch schon kurzzeitig für 215 €!

Natürlich braucht ein automatisches Bewässerungssystem eine selbst einschaltende Pumpe, damit auch Wasser kommt, wenn der Computer das Ventil öffnet. Bei den Gardena-Hauswasserautomaten wird dies durch einen Druckschalter mit Rückflusssicherung bewirkt. Man kann den Einschaltdruck des Druckschalters einstellen, aber leider nicht den Ausschaltdruck. Der Ausschaltdruck liegt sehr in der Nähe des Maximaldrucks der Pumpe, was ein Problem ist, wenn z.B. die Saugleitung nicht hundertprozentig dicht ist. Dann schaltet die Pumpe zwar ein, aber nicht mehr aus.

Die druckfesten Spiralschläuche für die Saugleitung machen eigentlich immer Probleme, egal mit welchem Fitting, und die Foren sind voll von darüber klagenden Heimwerkern. Am besten scheint es zu funktionieren, wenn man auf den Stutzen des Fittings etwas Silikon schmiert, bevor man ihn in den Schlauch eindrückt, und dann das Ganze mit einer nicht zu großen Schlauchschelle sichert. Die Schlauchschellen lassen ohne Silikon nach dem Anziehen gerne einen feinen Kanal zwischen Schlauch und Fitting an der Stelle offen, wo sich die Anziehschraube befindet, weil hier das Material der Schelle etwas starrer ist und den Druck des Anziehens nicht gleichmäßig auf den Schlauch überträgt. Auch bei mir hat es am besten mit Silikon funktioniert. Wenn der Schlauch zu eng und hart ist, um das Fitting einzustecken, ihn vorsichtig (10cm Abstand!) mit dem Heißluftgebläse oder einem Fön anwärmen, bis er weicher wird. Man sollte erst Wasser durchschicken, wenn das Silikon trocken ist.

Wenn man es nun hinbekommen hat, dass die Pumpe das Wasser ansaugt und bei genügend Druckaufbau sich auch wieder ausschaltet, hat man das nächste Problem: die starre PE-Verrohrung mit der stabilen Außenwand dehnt sich unter dem Wasserdruck nur sehr wenig aus. Das ist an sich gut, aber in diesem Fall bewirkt es, dass der Druck im Rohrsystem schon bei Verlust von nur ein paar Tropfen Wasser wieder abfällt und sich die Pumpe wieder einschaltet. Die Folge ist ein ständiges Ein- und Ausschalten der Pumpe. Und völlig tropffrei habe ich es nie hinbekommen, alleine schon weil die Magnetventile nie komplett dicht sind.

Abhilfe schafft hier ein Ausgleichsgefäß, was ca. 10L Wasser in einer dehnbaren Membranblase speichert und so den Druck lange halten kann. Ich habe ein sehr günstiges von Solar24 für 26 € gekauft, und dort gibt es auch gleich die nötige Wandhalterung und das Fitting, um eine Durchströmung des Gefäßes sicherzustellen. Wenn man das nicht macht, können sich im Sommer in dem undurchströmten Gefäß Legionellen vermehren, was dann krank machen kann. Das Ausdehnungsgefäß ist tatsächlich vom italienischen Hersteller Aquasystem gebaut worden, der einen ganz guten Ruf hat. Ich habe vor dem Verbauen des Fittings an der Membrane geschnuppert und keinen Chemiegeruch wahrgenommen, was sonst von vielen Käufern solcher Ausdehnungsgefäße insbesondere aus asiatischer Produktion sehr bemängelt wird.

Auf dem Bild sieht man, wie die Saugleitung in der Wand verschwindet, ebenso wie die Druckleitung der Pumpe. Die Saugleitung geht von hier aus verbuddelt im Gartenboden zur Zisterne, die Druckleitung ebenso zur Wasserverteilung an der Hauswand. Ich habe dabei allerdings einen großen Fehler gemacht, den ich später bereut habe: so wie es derzeit gebaut ist, kann man das System nicht mittels Ventil zwischen der Pumpe und der Druckleitung abtrennen. Bei mir ergab sich nämlich der Effekt, dass die Pumpe ebenso wie oben beschrieben immer  eingeschaltet war, und sich nicht mehr ausschalten wollte.

In einschlägigen Foren liest man dann immer, dass es sich dann vermutlich um ein Problem der Saugleitung handelt, und sie nicht dicht sei. Ich habe mir also nach diversen Versuchen extra eine zweite Saugleitung gekauft, und die erste fast wieder aus dem Boden gerissen, nur um festzustellen, dass es daran gar nicht lag. Die Pumpe lief immer noch durch. Ich war schon kurz davor, die Pumpe umtauschen zu wollen, bis ich schließlich bemerkte, dass bei eingeschalteter Pumpe Wasser zwischen den Ritzen der Terrasse heraus lief. Offenbar wurde beim Verlegen der Rohre unter der Terrasse ausgerechnet die Zulaufleitung zur Wasserverteilung beschädigt, und hier fiel durch herauslaufendes Wasser der Druck ständig immer wieder ab. Es ist also tatsächlich eine sehr gute Idee, so ein System so zu bauen, dass es mittels Ventilen zwischen den verschiedenen Teilen separierbar ist, damit man Fehler schneller finden kann.

Wie wir das Loch in der Druckleitung reparieren, wissen wir noch nicht. Vielleicht müssen wir doch einige der Terrassenplatten wieder herausnehmen lassen, vielleicht schieben wir ein 25mm-Rohr durch das kaputte 32mm-Rohr hindurch und benutzen dann zur Wasserleitung nur noch das innere Rohr. Allerdings ist es mir völlig schleierhaft, wie das feste Rohr unter dem Schotter kaputtgehen konnte.

 

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